Jugendbuch

Der Märchenerzähler

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von Antonia Michaelis

Klappentext:

Und wenn ich einen Mörder küsse? Anna verliebt sich in Abel, den Märchenerzähler, erlebt die intensiven Gefühle der ersten großen Liebe, doch nach und nach erkennt sie, dass mit ihrem Freund etwas ganz und gar nicht stimmt und fragt sich, ob das Märchen, das er ihr und seiner kleinen Schwester Micha erzählt, vielleicht eine schreckliche Wahrheit offenbart…

ACHTUNG : enthällt Spoiler!

Buchdaten:

  • Gebundene Ausgabe: 446 Seiten
  • Verlag: Oetinger; Auflage: 1 (Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3789142891
  • ISBN-13: 978-3789142895
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

Meine Meinung:

Hier wo ich wohne gibt es eine ganz kleine urige Buchhandlung wo die Besitzerin sich gegen Twillight und Co wehrt und auch nur Bücher anbietet die ihr gefallen. Als ich sie nach einem Buch fragte, welches sie bewegt hat und ihr in Erinnerung geblieben ist, drückte sie mir “ der Märchenerzähler “ in die Hand. Und ich kaufte es ohne auch nur etwas darüber zu wissen. Auf dem Rückweg hatte ich schon zig Variationen im Kopf, die mir zum Cover und zum Titel eingefallen sind.

Keine davon stimmte…

Ob das Buch dem Genre “ Jugendbuch ab 14″ zu geordnet werden sollte ist fraglich. Ich würde es nicht meinem Kind unter 16 in die Finger geben, wenn überhaupt.  Den aus dem “ Märchen “ wird am Ende grausame Realität, welche durch Sexuelle Gewalt, Prostitution, Pädophilie und Mord glänzt. Eine Vergewaltigung wird verharmlost und hinterlässt eine bedenkliche Botschaft.

Hier kommt das Thema “ Rape Culture“ an die Oberfläche. Für die jenigen die nicht wissen was das ist, hier mal eine kurze Erklärung : Die Rape Culture ( Rape = Vergewaltigung) ist die Unterscheidung zwischen “ rape “ und rape rape“… also..z.b. eine Frau geht abends von einem Pub Besuch gen Heimat und wird auf dem Wege von einem maskiertem Mann überfallen und brutalst vergewaltigt. Dann sind sich alle einig das es eine Vergewaltigung war. Aber was ist wenn die Frau einen zu kurzen Rock an hat. Den Täter noch an der Bushaltestelle kennen lernt, und  mit ihm vorher geflirtet hat… oder wie in Fall vom Anna und Abel..wo sie sich zu erst freiwillig auf ihn eingelassen hat und  sich dann anders entschieden hat. Das “ Nein “ aber keine Wirkung mehr hatte? In solchen Fällen heißt es dann “ sie hat es provoziert „, “ Sie wollte es doch auch „, “ das ist doch keine richtige Vergewaltigung “ Und genau diese Rape Culture wird beim Märchenerzähler bagatellisiert. Und vermittelt gerade den Jugendlichen ein falsches Bild von dem was falsch und richtig ist.

Die Story

Anna wohnt mit ihren Eltern in einem schönen Haus an der Ostsee, hat alles was sie will und macht gerade ihr Abi. Ganz im Gegensatz zu Abel. Der zwar sehr intelligent ist, sich aber sein Abi versaut in dem er immer wieder nicht erscheint. Oder mitten drin plötzlich verschwindet. Anna ist neugierig auf den gutausehenden Jungen, der nur als Einzelgänger erscheint und den soviel geheimnisvolles umgibt.

Aber  Abel hat noch eine andere Seite. Eine sanfte und beschützende, in der er seiner kleinen Schwester Micha, lebensechte Geschichten erzählt die Anna tief berühren und zugleich beängstigen. Den die Geschichten werden immer realistischer und scheinen mit der Wirklichkeit zu verwischen.

Fazit:

Der Märchenerzähler ist ein packender, spannender Roman der sich gekonnt der Poetischen Sprache bediehnt und diese auch gut in die Erzählung einarbeitet.. Leider konnte mich die Aussage des Buches nicht überzeugen

3 B

die Autorin:

Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit Mann und zwei Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt.

b

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7 Kommentare zu „Der Märchenerzähler

    1. Ach, so hart würde ich das nicht sagen… es ist im Grunde schon schön gemacht.. Ich mag die Poesie des Buches und die Zweideutigkeit..Wenn man das mit dem Übergriff mal außenvor lassen will.. Aber ich finde das es für 14 Jahre einfach nicht geegnet ist.. und meine Bewertung ist darauf ausgerichtet gewesen.

      Lg Alex

      1. Ich habe das Buch mit vierzehn Jahren gelesen und fand es eigentlich nicht ganz so schlimm, aber wahrscheinlich ist das Ansichtssache^^

  1. Ich habe schon sehr vieles über das Buch gehört, die meisten Stimmen sind begeistert, immer mal wieder habe ich aber auch von den von dir angesprochenen Kritikpunkten gelesen. Das Verharmlosen einer Vergewaltigung finde ich sehr bedenklich und nicht gerade die richtige Botschaft. Trotzdem werde ich mir wohl selbst eine Meinung zu dem Buch bilden. Aber danke für die Vorwarnung!

  2. Das Buch habe ich vor einer Eeeeewigkeit auch mal gelesen. Ist bestimmt 4 oder 5 Jahre her. Damals mochte ich es sehr, sehr gerne, aber jetzt lese ich ständig auf Blogs, dass die Botschaft sehr zweifelhaft wäre. Mist, an die kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. 😀 Sollte es vielleicht nochmal lesen, aber nicht dass ich es mir im Nachhinein versaue. 😀 Werde mal darüber nachdenken. 😉

    1. echt? find ich ja super das andere das auch so gesehen haben. 😆 ich würde es glaube ich aus neugierde nochmal lesen .. und schaun ob es dir auch so aufällt dann. falls du es machst. sag mir danach unbedingt bescheid

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