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Wie man gute Rezensionen schreibt

Elli von Leben zwischen den Seiten hat heute einen ganz tollen Beitrag bei Facebook gepostet, der unbedingt geteilt gehört!

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Ich bin nun 3 Monate mit meinem erstem Blog online. Bis dato hatte ich noch nicht einmal Blogs gelesen. Und wie es auch nicht anders sein konnte, habe ich schon beim erstellen des Blogs die ersten Tränen vergossen. Vor Wut..! Ich war total überfordert mit allem. Und als es dann zu den Beiträgen ging, liefen sie aus purer Verzweiflung. Für die ersten Beiträge, habe ich jeweils ca 3 Stunden mit 4 Gläsern Rotwein, gebraucht. Ich hatte das Buch im Kopf. Ich wusste was ich toll fand und was mich nicht begeistert hat. Ich kannte jeden Charakter mit Namen, was ich jedoch nicht wusste war.. wie ich all dieses Durcheinander in eine Rezension bekomme. Inzwischen hat es sich zum Glück gebessert… Ja, ja..Übung macht den Meister und um so mehr man schreibt um so leichter fällt es auch.

Elli hat viele Themen in ihrem Beitrag aufgegriffen, die ich mir immer wieder gestellt habe und ich konnte auch viel Neues lernen.

Ein vom tiefstem Herzen kommendes DANKE  an dieser Stelle !

Aber nun genug von mir.. hier kommt der Beitrag

Wie man gute Rezensionen schreibt

Eine der wichtigsten Fragen aller neuen Blogger ist „Wie schreibe ich eine gute Rezension?“. Das Bloggerrezept für Kontakte mit Verlagen und einen gewissen Bekanntheitsgrad besteht nämlich nicht aus etlichen Gewinnspielen, sondern aus interessanten Posts, einem netten Auftreten im Internet – und der Qualität der Rezensionen.
Innerhalb meiner 2 1/2 Jahren als Bloggerin glaube ich, mittlerweile doch einiges an Erfahrung gesammelt zu haben und so neuem Zuwachs weiterhelfen zu können. Ich möchte es zumindest versuchen.

1. Du bist ein Individuum.

Ein sehr wichtiger Punkt ist die Sache des Sich-etwas-vorschreiben-lassens. So solltest du als Erstes darauf achten, was dir am wichtigsten bei einem Buch ist, wenn du es liest, denn jeder legt sein Augenmerk auf eine andere Sache. Wo wir gleich bei dem Punkt wären, den mich immer wieder Blogger fragen. Meiner Meinung nach ist das Aufteilen der Rezensionen absolut unnötig. Weder im Deutschunterricht noch in der Zeitung findet man die Buchkritiken in einzelne Abschnitte mit Überschriften unterteilt. Auch ich habe diesen Trend eine kurze Zeit lang mitgemacht, weil es eben fast alle gemacht haben, doch eigentlich stört es einfach nur. Viel schöner ist ein zusammenhängender Text, den man natürlich auch in die Kategorien teilen kann. Auch ermöglicht ein ganzer Text auch schöne Übergänge (was auch eine Kunst für sich ist) – und man kann auch mal eine Kategorie weglassen! Denn nicht immer musst du zu jedem etwas sagen. Wenn das Buch eben keinen auffälligen Schreibstil hatte, lässt du es einfach weg und sagst eher etwas zu den unglaublich komplexen Charakteren.
Und ganz, ganz wichtig ist hierbei auch: Bilde dir deine eigene Meinung! Keinem Verlag hilft es, wenn du eine gelogen gute Rezension schreibst, obwohl das Buch schrecklich war. Es hilft auch nichts, wenn du das Buch so bewertest, wie andere es bewerten, nur, damit du keine kritischen Kommentare bekommst.

2. Der Deutschunterricht zahlt sich aus.

Ausdruck und Rechtschreibung ist nicht das Ding von jedem. Doch es ist eigentlich üblich, dass bei Leuten, die viel lesen, sich mit der Zeit auch ein ziemlich guter Ausdruck herausbildet und man kaum noch Rechtschreibfehler hat. Das ist auch eine positive Nebenwirkung für eine Rezension, denn wenn man als Leser schon im ersten Satz vier Fehler entdeckt, schreckt das ab. Mit der Zeit wirst du auch merken, wie sich dein persönlicher Schreibstil herausbildet. Manche Blogger schreiben unglaublich gute und sachliche Rezensionen, andere sind vollkommen subjektiv geprägt. Die beste Mischung ist wohl von beidem etwas, doch das zu erreichen, ist unglaublich schwer.
Wer dennoch Probleme mit der Rechtschreibung hat, der sollte davor hier einmal seine Texte durchjagen. Das mache auch ich bei wichtigen Dingen, obwohl ich eigentlich ziemlich rechtschreibsicher bin. Denn es findet sich immer irgendein Fehler.

3. Notizen helfen weiter.

Das Hilfsmittel schlechthin für gute Rezensionen sind ein Blatt und ein Stift. Dabei reicht auch eine leere A6-Seite, die irgendwo im Buch herumschwirrt, und ein kleiner Bleistift in der Tasche. Am Anfang des Buches solltest du dir nach jedem Kapitel einige Notizen machen. Einfach das, was dir aufgefallen ist, in einem Stichpunkt festhalten. Später, ab der Hälfte des Buches in etwa, wird dir dann selbst auffallen, dass es fast nicht mehr möglich ist, noch kontinuierlich Notizen zu machen. Dann solltest du sie auch wirklich nur noch machen, wenn dir etwas auffällt. Mehr als dieses Blatt brauchst du eigentlich später zum Rezensieren auch nicht mehr, da genau dort dann deine wichtigsten Gedanken stehen und alles andere für deine Rezension unwichtig ist. Du könntest vor dem Rezensieren sogar immer ein kleines Plus oder Minus vor den Stichpunkt schreiben, das hilft dir noch mehr. Du wirst merken, dass dir Rezensionen so einerseits viel leichter fallen und sie andererseits auch besser werden.

4. Sei dir sicher.

Es ist unglaublich wichtig, dass du, bevor du anfängst, deine Rezension zu schreiben, dir sicher bist, wie du dem Buch gegenüberstehst. Keinem helfen Rezensionen weiter, die nur eine „Naja, ich weiß nicht so recht“-Meinung haben. Am besten ist, wenn du vor der eigentlichen Kritik schon mal ein grobes Fazit formulierst, also zusammenfassende Überbegriffe für das, was dir gefallen hat und was nicht. Auch hilft es, wenn du in der Kritik den Bereich deiner positiven Meinung von dem mit der negativen abtrennst.

5. Achte nicht zu sehr auf die Länge.

Die Länge einer Rezension ist wohl das meist umstrittenste Thema in dem Bereich. Viele vertreten die Meinung, dass kurze Rezensionen sehr zu empfehlen sind, weil man sie so auch wirklich liest und nicht nur das Fazit. Lange Rezensionen dagegen würde man nur überfliegen und eigentlich nur das Fazit lesen. Ich sehe das anders. Eine Rezension bezieht sich schließlich immer auf das zu rezensierende Buch. Wenn es gut ist, wird die Rezension meist etwas kürzer, wenn es schlecht ist, wird sie etwas länger, es hängt auch davon ab, wie sehr man sich mit dem Buch auseinandersetzt. Das ist ein ganz natürlicher Prozess und du solltest nicht etwas dazudichten, nur damit die Rezension länger wird. Wenn du deine Sichtweise fertig formuliert hast, ist auch die Länge deiner Rezension richtig. Wer dann noch an der Länge etwas auszusetzen hat (ich gehe einfach mal davon aus, dass die Rezension dann automatisch sowieso länger wird), ist eher zu faul zum Lesen.

6. Umschreibe nicht.

Niemanden bringen komplizierte Schachtelsätze ohne Aussage weiter. Formuliere deine Meinung klar und direkt, am besten in Zusammenhang mit anschaulichen Belegen oder Vergleichen.
Sprich in deiner Rezension nie von „der Leser“ und so wenig wie möglich von „man“! In der Psychologie findet man häufig den Begriff der „Ich-Wahrnehmung“. Das bedeutet, dass wir Menschen die Angewohnheit haben, unsere Meinung nicht klar äußern zu wollen. Das liegt daran, dass wir weder unseren gegenüber verletzten, noch uns als unzufriedene Geister hinstellen wollen. So formulieren wir viele Aufforderungen oder Ansichten versteckt in Konjunktiven und „man“. Zum Beispiel: „Man sagt ja, dass es in den Bergen eher nicht so schön sein soll …“ Der Einwand, dass du nicht in die Berge fahren willst, wird durch ein Argument sofort abgeschmettert werden. Wenn du dagegen sagst „Ich mag die Berge aber nicht“, wird man schon eher auf dich hören bzw. es wird schwerer, dir zu widersprechen.
Genau das Gleiche gilt für Rezensionen. „Der Schreibstil ist ziemlich kompliziert, sodass man das Buch nicht gut lesen kann.“ – sofort könnte dir jemand schreiben, dass er es aber gar nicht so empfand und deine Aussage nicht stimmt! Schreibst du dagegen: „Der Schreibstil ist ziemlich kompliziert, sodass ich einige Probleme beim Lesen des Buchs hatte“, wird keiner deine Meinung anzweifeln können.

7. Achte auf Bildmaterial.

Ein Fakt, den ich schon weiter oben erwähnte, der aber eine entscheidende Rolle spielt, sind Vergleiche und Belege. Rezensionen haben meist den Hang dazu, schnell zu theoretisch zu werden. Doch du musst beachten: Du hast das Buch gelesen, deine Leser nicht. Du schreibst die Rezension jedoch, damit sie es lesen (im positiven Falle). Also musst du sie mit Beweisen ausschmücken. Schreibe nicht nur, dass die Charaktere gut ausgearbeitet waren, schreibe, dass sie sogar so lebendig geworden sind, dass du in deinem Kopf ihre Stimmen hören konntest, wann immer sie gesprochen haben. Schreibe nicht nur, dass der Inhalt interessant war, schreibe genau, was dich daran so gefesselt hat, wobei du auch ruhig etwas Humor einbringen kannst. Das macht deine gesamte Rezension noch viel lockerer. Leichte Übertreibungen sind dabei erlaubt, aber keine Lügen. Und mit Vergleichen sind ausschließlich bildliche Vergleiche gemeint, keine Vergleiche mit anderen Büchern – die sollte man eher vermeiden (es sei denn, du musst beim Lesen die ganze Zeit an das eine Buch denken oder es sind deutliche Parallelen zu finden). Jedes Buch ist schließlich ein Buch für sich.

8. Beschreibe deine Gefühle.

Ein ganz wichtiger Faktor, um deine Rezension interessanter zu machen, sind deine Gefühle. Es ist einfach viel besser, wenn du nicht schreibst, dass das Buch traurig war, sondern dass du dein gesamtes Kissen vollgeweint hast. Das Buch ist nicht interessant, es ist so spannend, dass es dich selbst beim Einschlafen noch gefesselt hat und du in der Schule am liebsten mit jedem darüber diskutiert hättest. Stelle deine reinen Gefühle dar. Das macht dich einerseits menschlicher, sympathischer, offener, andererseits wird sich so eher für das Buch interessieren, da man deine Gefühle nachvollziehen kann oder will.

9. Auch das Äußere zählt.

Der Punkt ist vielleicht etwas überflüssig für manche Blogger. Doch für mich als hoffentlich angehende Kommunikationsdesign-Studentin zählt das Design ungeheuer viel. So solltest du darauf achten, ein Blogdesign zu haben, bei dem man auch längere Texte gut lesen kann. Am besten machen sich dabei Schriftarten mit Serifen. Serifen sind die kleinen Häkchen, die man zum Beispiel bei Georgia, Times New Roman und Cambria finden kann. Diese Schriftarten sind für das Auge auch bei längeren Texten leicht zu erfassen. Schriftarten ohne Serifen wie beispielsweise Calibri oder Arial sind dagegen eher schwieriger.
Ein reiner schwarzer Hintergrund ist absolut tabu, denn selbst weiße Schrift strengt das Auge beim Lesen ungemein an. Am besten eignet sich wirklich immer noch schwarze oder dunkelgraue Schrift auf hellem Hintergrund mit einer Serifen-Schriftart.
Doch auch Dinge wie ein Zitat und das Cover runden deine Rezension ab und sind wärmstens zu empfehlen. Das Cover lockert den textlastigen Post auf, ein Zitat bringt Leben und Nähe in den Text. Es macht die Kritik einfach sympathischer als ein einfacher Text es zumindest vom Äußeren her schafft.

Und wie fandet Ihr ihn? Wie waren den Eure ersten Erfahrungen mit dem Thema bloggen?

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6 Kommentare zu „Wie man gute Rezensionen schreibt

  1. Ein sehr schöner Artikel, der auch mir, der noch frisch im Bloggewerbe ist, einige hilfreiche Tipps gibt. Gerade weil ich meine Texte frei Schnauze schreibe und kaum überarbeite, konnte ich die Tipps bezüglich verschachtelt schreiben, Rechtschreibung/Grammatik prüfen und Notizen machen etwas mehr berücksichtigen. Vielen Dank für das Teilen dieses Textes. LG, MacG.

  2. Ich denke bis Punkt 5 hat Elli durchaus recht. Die Punkte danach kritteln am Inhalt der Rezension herum, die schließlich laut Punkt 1 individuell sein soll. Sich im Einzelnen an alle Punkte zu halten würde den individuellen Ausdruck des Bloggers wohl eher schmälern.
    Trotzdem sind die ersten paar Punkte sicher ein guter Leitfaden um Frischlingblogger ein wenig in Gang zu kriegen 😉

    Hab ein schönes Wochenende,
    Katarina 🙂

    1. =), Ja, da hast du recht..
      Punktuell sollte man nichts in seinem Leben abarbeiten *g Aber als Tips und Ideengebung hat finde ich den Artikel super.
      Lieben Dank fürs erwähnen in Deiner Sonntagsleserunde ❤

      Einen Ruhigen Sonntag wünsch ich Dir
      Alex

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